Kontakt

Kontakt

13.03.2026 Palliativmedizin

Neues Forschungsprojekt zu Akupressur

Förderung durch Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Foto: Prostock-Studio / Adobe Stock

Priv.-Doz. Dr. Dr. Julia Strupp vom Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln leitet das neue Forschungsprojekt „Akupressur als komplementäre Methode zur Körperwahrnehmung im Rahmen einer integrativen Palliativ- und Hospizversorgung (AKiPal)”. Das Vorhaben wird von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung mit 220.000 EUR gefördert.

Inhaltlich widmet sich das Projekt der systematischen Untersuchung von Akupressur als ergänzende, nicht-medikamentöse Methode. Menschen mit einer nicht heilbaren Erkrankung leiden am Lebensende häufig unter belastenden Symptomen wie Schmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Atemnot oder Unruhe. Gleichzeitig verändern sich Körperbild und Körperwahrnehmung oftmals tiefgreifend – etwa durch Gewichtsverlust, funktionelle Einschränkungen oder krankheitsbedingte körperliche Veränderungen. Diese Veränderungen können das Selbstbild, das psychische Wohlbefinden und die soziale Interaktion erheblich beeinflussen.

Akupressur, eine aus der Traditionellen Chinesischen Medizin stammende Methode, basiert auf gezieltem Druck auf definierte Körperpunkte. Studien weisen bereits auf positive Effekte hinsichtlich einzelner Symptome und der Lebensqualität hin. Ob und in welchem Umfang Akupressur darüber hinaus die Körperwahrnehmung stärken kann, ist bislang jedoch kaum wissenschaftlich untersucht worden.

Hier setzt das geförderte Projekt an. In einer prospektiven Machbarkeitsstudie sollen etwa sechzig bis achtzig erwachsene Patientinnen und Patienten mit nicht heilbaren Erkrankungen in unterschiedlichen Versorgungssettings – darunter Palliativstation, spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), palliativmedizinischer Konsiliardienst und stationäres Hospiz – einbezogen werden. Ziel ist es, die Durchführbarkeit, Akzeptanz und potenzielle Wirkung der Akupressur auf Symptomlast und Körperwahrnehmung systematisch zu erfassen.

Die Intervention wird von speziell geschulten Pflegefachpersonen durchgeführt und folgt einem standardisierten Ablauf. Neben der Erhebung quantitativer Daten mittels etablierter Fragebögen werden auch qualitative Interviews mit Patientinnen und Patienten sowie mit Versorgenden geführt. Dadurch soll nicht nur eine mögliche Veränderung von Symptomen und Körperwahrnehmung gemessen, sondern auch das subjektive Erleben der Beteiligten erfasst werden.

Obwohl das Projekt als Pilot- und Machbarkeitsstudie angelegt ist, verfolgt es das übergeordnete Ziel, eine belastbare Grundlage für weiterführende, kontrollierte Wirksamkeitsstudien zu schaffen.

Mit AKiPal leistet die Medizinische Fakultät der Universität zu Köln einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung nicht-medikamentöser Therapieansätze in der Palliativ- und Hospizversorgung und zur evidenzbasierten Stärkung der Lebensqualität schwerstkranker Menschen.