25.09.2020
Palliativmedizin

Gartenkonzerte im Dr. Mildred Scheel Haus

Kunst und Kultur in Zeiten von Corona

Die Gartenkonzerte waren die kleinen Highlights im Corona-Jahr des Zentrums für Palliativmedizin an der Uniklinik Köln: Das Kölner Duo Bernd Delbrügge (Saxophon) und Gero Körner (Piano) hat am 22. September 2020 eines der letzten Konzerte im Garten des Dr. Mildred Scheel Hauses für dieses Jahr gegeben. „Wir freuen uns, dass wir mit unseren Gartenkonzerten auch in dieser herausfordernden Zeit unser Projekt für die Schwerstkranken im Dr. Mildred Scheel Haus fortsetzen konnten“, sagt Univ.-Prof. Dr. Raymond Voltz, Direktor des Palliativzentrums der Uniklinik Köln. „Ein ganz herzliches Dankeschön gilt den Spenderinnen und Spendern, den vielen Musikern, die unter diesen besonderen Umständen im Dr. Mildred Scheel Haus aufgetreten sind und den Patientinnen und Patienten so viele schöne Momente bereitet haben und Carolin Pfeil für die gute Organisation“, ergänzt Dr. Birgit Weihrauch, Vorsitzende des Vereins „Endlich“.

Für die Musiker selbst, besonders aber für die Betroffenen waren viele Konzerte mit berührenden Momenten verbunden. Das machen etwa die Zitate von Patienten deutlich: "Da muss ich erst sterben, um so etwas zu erleben." Oder: "Heute Morgen wollte ich nur sterben und jetzt muss ich vor Freude weinen."

Anfang 2019 startete der Verein Endlich. Palliativ & Hospiz im Dr. Mildred Scheel Haus UK Köln e. V. in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Palliativmedizin an der Uniklinik Köln das Projekt „Kunst und Kultur im Dr. Mildred Scheel Haus“. Dazu fanden im „Wohnzimmer“ des Dr. Mildred Scheel Hauses (MSH) regelmäßig nicht öffentliche kulturelle Events für Patienten und ihre Angehörigen statt, insbesondere Lesungen und Konzerte. Frank Schätzing, Konstantin Wecker, Hella von Sinnen mit Cornelia Scheel oder das Kölner Dreigestirn gehörten unter anderem zu den Gästen.

Doch durch die Corona-Pandemie ist vieles anders: Veranstaltungen im „Wohnzimmer“ der Station konnten nicht mehr stattfinden; Besuche auf der Station sind nach wie vor nur eingeschränkt möglich. Um den Patienten der Palliativstation auch in dieser besonderen Situation die Teilnahme an kulturellen Angeboten zu ermöglichen und ihnen dadurch ein Stück Lebensqualität und das Gefühl einer kleinen „Auszeit“ von ihrer Krankheit zu schenken, fanden nun in den Sommermonaten für die Betroffenen kleine Konzerte im Garten des Dr. Mildred Scheel Hauses statt.

Bei offenen Fenstern oder auf der kleinen Terrasse vor den 15 Patientenzimmern können die Patienten und ihre Angehörigen den Gartenkonzerten auch mit ausreichend Sicherheitsabstand lauschen. Und auch die Beschäftigten des Zentrums haben sich über ein wenig musikalische Ablenkung gefreut. Seit April bis heute haben 18 Garten-Konzerte stattgefunden, mit Auftritten von Musikern wie Bruno Leicht & Christian Ramon, Björn Heuser, dem Duo Palmitessa/Erario. Linus, Bernd Delbrügge oder dem Bläsertrio des WDR-Rundfunkorchesters.

Der Verein „Endlich“ finanziert das Projekt; dazu sind eigens für dieses Projekt verschiedene Spenden eingegangen. Die Künstler konnten für ihren Auftritt eine Aufwandsentschädigung aus den Mitteln des Vereins erhalten. Besonders freuten sich die Beteiligten über die finanzielle Unterstützung und damit verbundene Anerkennung der Stadt Köln /Bezirksvertretung Lindenthal. Helga Blömer-Frerker, Bezirksbürgermeisterin von Köln-Lindenthal, sagte: „Ich finde Ihre Initiative wunderbar. Sie tun damit den betroffenen Menschen viel Gutes. Ich finde auch gut, dass hier die Nähe zur ‚Außenwelt‘ wieder hergestellt wird. Wenn ich aus gesundheitlichen Gründen nicht ins Konzert kann, dann kommt das Konzert zu mir. Die Bezirksmittel sind bei dem Projekt an der richtigen Stelle. Dank an alle Aktiven“.

Trotz der Corona-Pandemie soll es mit dem Projekt „Kunst und Kultur im Dr. Mildred Scheel Haus“ auch im Herbst/Winter möglichst weitergehen, wenn aufgrund der Witterung Konzerte draußen nicht mehr möglich sind. Geplant sind dann kleine Klassikauftritte im Flur der Palliativstation des MSH. Ein Klavier steht bereit, dann vielleicht mit der Begleitung eines weiteren Instruments wie Flöte, Gitarre, oder Geige – so die ersten Überlegungen.

Zu einem Beitrag in der WDR-Lokalzeit Köln (bis 01.10.2020 verfügbar)

Nach oben scrollen