Death Literacy - Kompetenter Umgang mit dem Sterben: Ein versorgungsrelevantes Konstrukt

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Promotionsprojekt im NRW Forschungskolleg/Gerontological research on Well-Beeing (GROW II)

Projektleitung: Prof. Dr. Raymond Voltz (Zentrum für Palliativmedizin, Uniklinik Köln), Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Universität zu Köln)
Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Susanne Zank (Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität zu Köln)
Laufzeit: 02/2019-12/2022 Fördernde Institution: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

Projektbeschreibung

Obwohl die allgemein akzeptierte Definition von "Health Literacy" den Lebensverlauf umfasst, hat die Forschung bislang wenig darüber diskutiert, ob nicht auch die Thematisierung der sogenannten "Death Literacy" Einfluss auf ein Wohlbefinden bis ins hohe Alter haben könnte. Eine Studie im Rahmen von GROW I von Groebe et al. (submitted) konnte zeigen, dass es nicht nur die Sterbenden selber sind, die von der Auseinandersetzung mit "Sterben und Tod" profitieren könnten, sondern gerade auch Angehörige sowie Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, da diese über den Verlust einer nahestehenden Person beginnen, über ihre eigene Endlichkeit nachzudenken. Nicht zuletzt ist die Auseinandersetzung mit "Sterben und Tod" auch für Versorgende sinnvoll, deren eigene Einstellung und Haltung zu "Sterben und Tod" sowie zu "Sterbenden" den Umgang mit selbigen im Versorgungsalltag mitbestimmt.
Oft ist die Angst vor dem Sterben unbewusst, beeinflusst aber stark eigene Einstellungen, z.B. in Bezug auf die Diskussionen um Patientenverfügungen, Therapieentscheidungen oder um die des ärztlich assistierten Suizids. Die Themen "Angst vor dem Sterben" und "Vermittlung von Kompetenz im Umgang mit dem Sterben" betreffen demnach große Bereiche der Gesundheitsversorgung und –vorsorge. Der großen praktischen Bedeutung gegenüber steht jedoch ein relativer Mangel an wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema. Es scheint oft implizit mitgedacht, jedoch selten explizit thematisiert zu werden.

Mögliche Fragestellungen: Inwiefern beeinflusst die Vermittlung von Kompetenz im Umgang mit dem eigenen Sterben/der eigenen Endlichkeit ("Death literacy") das Wohlbefinden bis ins hohe Alter?
Death Literacy umfasst vier Merkmale: "Wissen", "Fähigkeiten", "experimentelles Lernen" und 2soziales Handeln" (Noonan et al. 2016). In diesem Projekt möchten wir uns den ersten beiden Bausteinen widmen und das "Wissen" sowie die "Fähigkeiten" von älteren Menschen, Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen, Pflegekräften und Angehörigen erfassen ("knowledge and skills"), um für ein "gutes" Leben(sende) und Wohlbefinden bis ins hohe Alter zu planen.

Methoden: Qualitative explorative Studie mittels semi-strukturiertem Interviewleitfaden. Stichprobe: ältere Menschen (>80 Jahre) in ihrem Zuhause (z.B. Alten- und Pflegeheim, häusliches Umfeld) (n=10), Patientinnen imd Patienten (mit einer unheilbaren Diagnose unterschiedlichen Alters in Krankenhäusern) (n=10 Interviews), Pflegekräfte (in Krankenhäusern und Pflegeheimen) (n=10) sowie Angehörige (n=10).

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